Wissenswertes rund um Gurken

Gurken – Steckbrief und komplette Beschreibung

Name: Gurke
Botanische Bezeichnung: Cucumis sativus
weitere Namen: Guckummer, Gummer, Umurke
Pflanzenfamilie: Kürbisgewächse
Herkunft: Indien
Form der Früchte: länglich bis kugelrund
maximale Höhe: Mit Kletterhilfe etwa 100 cm ansonsten ca. 25 cm
Pflanzenart: einjährige Pflanze
Anzucht: Aussaat auf der Fensterbank oder Direktsaat im Freiland oder am Balkon
Blütezeit: Juni
Farbe der Blüten: gelb
Blätter: gestielt und behaart
Boden: nährstoffreich
bevorzugter Standort: sonnig
Erntezeit: ab Juli
verwendete Teile: Früchte
Wasserbedarf: gleichmäßig feucht

Allgemeines zu Gurken und Herkunft

Die Gurke ist ein beliebtes Gemüse. Sie wächst in einer großen Vielfalt an Formen und Farben. So gibt es nicht nur grüne Sorten, sondern auch Gurken mit weißer, gelber oder brauner Schale. Am bekanntesten sind die Einlegegurken und die Schlangengurken. Außer den länglichen und walzenförmigen Gurkensorten existieren auch keulenförmige Gurken und auch sehr kurze und kugelrunde Formen. Die Gewichtsunterschiede zwischen den einzelnen Sorten sind gravierend. Während eine kleine, knackige Mini-Gurke weniger als 70 g wiegt, können klassische Schälgurken bis zu 4 kg erreichen.

Die Gurke stammt aus Nordindien. Dort wurde sie vor rund 3.500 Jahren aus einer Wildform gezüchtet. Ursprünglich hatte sie kleine Früchte und war extrem bitter. Ihre Verbreitung nach Europa begann in der Spätantike. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Gurke in ganz Mitteleuropa beheimatet. Die heute bekannten Schlangengurken verdanken ihre Ausbreitung dem Entstehen der Gewächshäuser im 19. Jahrhundert. Hier rückte die Züchtung kernloser Hybridsorten in den Vordergrund. Kernlose Züchtungen können für eine Weitervermehrung nicht verwendet werden. Die alten Sorten können mit Gurkensamen fortlaufend vermehrt werden.

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt hat die Gurke zum Gemüse des Jahres für 2019 und 2020 ernannt. Eine Reihe von Projekten und Aktivitäten sollen dazu anregen, sich mit diesem vielfältigen Gemüse im Garten und in der Küche zu beschäftigen. Dazu zählen ein Sichtungsanbau und ein Thementag rund um die Gurke sowie eine umfangreiche Rezeptsammlung. Der VEN setzt sich aktiv für die Erhaltung alter Sorten ein.

Der Anbau von Freilandsorten ist unkompliziert und in jedem Garten möglich. Außer einem humusreichen Boden braucht die Gurke nur ausreichende und gleichmäßige Bewässerung. Hat man genügend Platz für mehrere Pflanzen, kann man sich auch an der Erhaltung der alten Sorten beteiligen. In der Nachbarschaft dürfen aber keine fremden Sorten angebaut werden. Die Liste mit dem verwendbaren Saatgut ist digital oder in Papierform erhältlich.

Die Gurken Herkunft geschichtlich betrachtet

Die Gurken Herkunft wird durch Samenfunde zurückverfolgt. Die ältesten sind etwa 9000 Jahre alt. An der Grenze zwischen Thailand und Burma konnten Gurkensamen an Höhlenwänden mit einem Alter von 9750 Jahren entdeckt werden.

In den historischen Aufzeichnungen umfasst der Begriff Cucumis alle Kürbispflanzen. Das beinhaltet auch Zucchini, Kürbisse und Melonen. Dadurch wird eine eindeutige Rückverfolgung der Gurken Herkunft schwer. So ist belegt, dass Kürbisse vor etwa 8000 Jahren von den amerikanischen Ureinwohnern angebaut wurden.

Tempelfresken zeugen vom Anbau der Gurkenpflanze im alten Ägypten vor gut 4000 Jahren. Vor 3000 Jahren wurden Gurken nicht nur in Indien und Ägypten, sondern im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Bei den alten Römern soll die Wärme liebende Gurkenpflanze bereits unter Glas gezüchtet worden sein.

Im Mittelalter eroberte die Gurke die Gemüsegärten Europa. Hier wurde sie in den Klostergärten angebaut. Die Gurkensamen waren im 17. Jahrhundert wegen harntreibender Wirkung als Heilmittel bekannt.

Mit der Konservierung der Gurken haben vermutlich slawische Völker begonnen. Früher waren die Gurken meistens ziemlich bitter. Erst mit modernen Züchtungen konnte man bitterfreie und dazu noch samenlose Gurken erzielen.

Gurken Kalorien und Gurken Nährwerte

Gurken finden eine vielfache Verwendung in Salaten, Suppen und anderen Gerichten. Sie schmecken ausgezeichnet und sind kalorienarm. Die in Gurken enthaltenen Kalorien sind minimal. Aber dafür enthalten Gurken viel Wasser. Es ist kaum zu glauben, aus wieviel Prozent Wasser die Gurke besteht. Das sind immerhin 97 Prozent. Somit steht die Gurke als Nahrungsmittel mit dem größten Wassergehalt an erster Stelle. Das ist ein Hauptgrund, warum Gurken als gesundes Nahrungsmittel eingestuft werden. Gurken enthalten Ballaststoffe und Gurken enthalten Vitamine und Mineralstoffe. Aufgrund der wenigen in Gurken enthaltenen Kalorien eignen sie sich gut für eine Diät. Eine durchschnittliche Salatgurke enthält, wegen des hohen Wasseranteils nur etwa 60 Kalorien. Ein Stück Gurke ist ein ausgezeichneter Wasserlieferant für Menschen, die zu wenig trinken, und ein hervorragender Durstlöscher.

Für den positiven gesundheitlichen Aspekt sprechen auch die zahlreichen in Gurken enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe. Wobei die meisten in der Schale enthalten sind. Gurken enthalten Vitamine aus der B-Gruppe und außerdem Vitamin C und E. Zu den wichtigsten Mineralstoffen zählen Zink, Eisen, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Kalium.

Gurken gehören zur Gruppe der basischen Lebensmittel. Sie enthalten basische Mineralstoffe, die dabei helfen, Säuren im Körper abzubauen, um so den Säure-Base-Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Die in Gurken enthaltenen Ballaststoffe unterstützen die Verdauung. Sie enthalten Enzyme, die Darm reinigend wirken. Diese Peptidasen töten bestimmte Bakterien im Darm ab und spalten eiweißhaltige Produkte.

Haben Gurken viele Kalorien?

Die Gurken Nährwerte Tabelle zeigt wieviel Prozent Wasser in 100g Gurke enthalten sind und wie es bei den Gurken mit Vitaminen aussieht und ob Gurken Ballaststoffe enthalten.

Nährwert pro 100 g Gurken roh:[7]

Brennwert: 65 kJ (15 kcal)
Wasser: 95,23 g
Eiweiß: 0,65 g
Kohlenhydrate: 3,63 g
– davon Zucker: 1,67 g
– Ballaststoffe: 0,5 g
Fett: 0,11 g

In der Gurken Nährwerte Tabelle sind auch die in Gurken enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe aufgelistet.

Vitamin B1: 0,027 mg
Vitamin B2: 0,033 mg
Vitamin B3: 0,098 mg
Vitamin B5: 0,259 mg
Vitamin B6: 0,040 mg
Vitamin B9: 7 ug
Vitamin C: 2,8 mg
Calcium: 16 mg
Eisen: 0,28 mg
Magnesium: 13 mg
Phosphor: 24 mg
Kalium: 147 mg
Zink: 0,20 mg

Wieviel Prozent Wasser und welche Diät fördernden Stoffe enthalten Gurken

Die Nährwerte machen Gurken zu einem perfekten Lebensmittel, um überflüssige Pfunde loszuwerden. Dabei spielt es eine Rolle, wieviel Prozent Wasser die Gurke enthält. Eine Diät mit Gurken verspricht Erfolg mit einem gesunden Lebensmittel. Die Bitterstoffe regen die Leber und die Fettverbrennung an. Mithilfe von Tartronsäure kann der Körper, Kohlenhydrate in Energie umzuwandeln, anstatt sie als Fettdepot zu speichern. Die enthaltenen Enzyme helfen bei der Darmreinigung, indem sie schlechte Bakterien abtöten. Gerade beim Abnehmen ist es wichtig, wieviel Prozent Wasser mit der Nahrung aufgenommen wird. Die in den Gurken enthaltenen Vitamine beugen Mangelerscheinungen vor. Gurken haben Ballaststoffe, um die Verdauung zu fördern.

Günstiger Standort und Boden für die Gurkenpflanze

Gurken brauchen viel Wärme und einen windgeschützten vollsonnigen Standort. Der Boden muss reich an Humus und locker sein. Hier gilt die Devise, je mehr Humus im Boden, desto besser. Schwere und kalte Böden sind ebenso wie leichte Sandböden mit einem geringen Humusgehalt nicht für Gurkenpflanzen geeignet. Vor der Pflanzung sollte der Boden großzügig mit abgelagertem Kompost oder Stallmist angereichert werden. Gurken sind Starkzehrer. Sie eignen sich optimal als Erstkultur auf frisch gedüngten Beeten.

Der Boden soll sich im Frühjahr schnell erwärmen und luftdurchlässig sein. Gurkenpflanzen sind sehr frostempfindlich. Erst wenn die Tagestemperaturen mindestens 15 Grad Celsius erreichen, können sie gepflanzt werden. Ein Gewächshaus oder Folientunnel sorgt über die ganze Saison für optimale Anbaubedingungen. Gurken mögen Kälte und große Temperaturschwankungen nicht.

Beim Gurkenpflanzen kommt der Bodenmüdigkeit eine große Bedeutung zu. Es gilt, dass Nutzpflanzen aus einer botanischen Familie nicht nacheinander angebaut werden. Im Beet und Hochbeet ist eine Anbaupause von drei Jahren einzuhalten. Das garantiert einen üppigen Wuchs der Gurkenpflanzen. Es ist natürlich auch möglich, mit dem Zusatz von frischer Erde für einen guten Boden zu sorgen. Am Balkon ist es einfacher, jedes Jahr neue humusreiche Erde zu verwenden.

Gurkenpflanzen im Gewächshaus, Beet und Kübel

Schlangengurken haben zusätzlich zum hohen Wärmebedarf eine lange Vegetationszeit. Darum werden Sie hierzulande fast ausschließlich in Gewächshäusern gepflanzt. Diese verfügen über zusätzliche Beleuchtung, Beschattung und Belüftung. Die Heizung und CO2-Anreicherung tragen ihren Teil zum makellosen Aussehen der Gurken bei. Sie haben eine dünne Schale und sind lang und schlank. Warzen und Stacheln sind kaum vorhanden. Im Glashaus muss darauf geachtet werden, dass andere Pflanzen nicht zu viel Schatten machen. In heißeren Regionen sollten diese in der Mittagssonne schattiert werden. Die weichen Blätter neigen dazu, sehr schnell zu verbrennen. Der Pflanzabstand der Gurkenpflanze beträgt 130 bis 170 Zentimeter zwischen den Gurkenreihen sowie etwa 40 Zentimeter von Pflanze zu Pflanze in der Reihe.

Gurken können im Beet direkt ausgesät oder auch zum Beispiel im Glashaus oder auf der Fensterbank vorgezogen werden. Die Direktsaat eignet sich für Einlegegurken und kleinfrüchtige Sorten im Freiland. Gesät wird von Ende April/Anfang Mai bis Anfang Juli. Am besten werden immer drei Samenkörner in ein Pflanzloch gelegt. Für den Abstand zum nächsten Pflanzloch empfiehlt sich ein Mindestmaß von 30 Zentimeter.

Wie viele andere Gemüsearten können auch Gurken in Töpfen auf dem Balkon oder der Terrasse gepflanzt werden. Es genügt ein großes Pflanzgefäß mit nährstoffreicher Erde. Regelmäßiges Gießen und ein Rankgerüst sorgen in Kombination mit viel Wärme und Sonne für eine gute Ernte. Für diesen Standort eignen sich spezielle Sorten mit einem kompakten Wuchs.

Aussaat

Bei der Direktaussaat ins Gartenbeet werden zwei bis drei Samen in ein Pflanzloch gelegt. Die Aussaat kann auch in Töpfen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus erfolgen. Dafür reicht ein halb mit Erde gefüllter Topf von mindestens acht Zentimeter Durchmesser. Damit darf aber nicht zu früh begonnen werden. Erst etwa zwei bis drei Wochen vor dem Auspflanzen ist der richtige Zeitpunkt. So ist die Gurkenpflanze noch nicht zu groß, wenn sie umgesetzt werden. Bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius keimen die Samen schnell. Danach sollte das Pflänzchen nicht mehr so warm stehen. Es ist von Vorteil, nur die kräftigste Pflanze weiterwachsen zu lassen.

Pflanzung

Etwa ab Mitte Mai werden die Jungpflanzen ins Freilandbeet gepflanzt. Frühe Aussaaten und Pflanzungen werden am besten durch Folientunnel, Frühbeete und Vliese geschützt. Eine schwarze Mulchfolie hilft bei Bedarf den Boden in den ersten Wochen zusätzlich vor Kälte zu schützen und warm zu halten. Auch große Einmachgläser oder Glasglocken können im Freien über die Jungpflanzen gestülpt werden, um während des Anwachsens für die nötige Wärme zu sorgen. Durch die Vorkultur von Gurken verlängert sich die Vegetationszeit und damit auch die Erntezeit.

In einem beheizten Gewächshaus können Setzlinge schon ab Anfang April gepflanzt werden. Die Setzlinge werden so tief eingepflanzt, dass die Keimblätter mit Erde bedeckt sind. Ein Anhäufeln der Erde bewirkt die Bildung zusätzlicher Seitenwurzeln. Eine Veredlungsstelle muss zwingend über der Erde liegen. Salatgurkenpflanzen sollen nur zwei gut entwickelte Laubblätter besitzen. Beim Auspflanzen muss darauf geachtet werden, die Wurzeln nicht zu beschädigen.

Gurkensorten

Es gibt eine große Vielfalt an Gurkensorten. Eine grobe Unterscheidung findet in Schlangengurken, Einlegegurken und Schälgurken statt.

Schlangengurken

Schlangengurken sind besser bekannt als Salatgurken. Sie werden in unseren Breiten zum größten Teil in Gewächshäusern gezogen. Salatgurken sind zylindrisch geformt mit einer leichten Krümmung. Die Schale ist glatt und ohne Stacheln. Gekocht wird diese Gurke im Normalfall nicht. Sie kann frisch in Salaten, auf belegten Broten oder als Rohkost-Snack gegessen werden.
Robustere Exemplare eignen sich auch für ein Freilandbeet. Sie werden als Landgurken bezeichnet. Ohne eine entsprechende Rankhilfe werden die Gurken krumm.

Einlegegurken

Einlegegurken sind widerstandsfähiger und brauchen nicht so viel Wärme. In der Landwirtschaft werden sie meist zum Einlegen in Essig gezüchtet. Sie schmecken aber auch roh als Salat oder Snack sehr gut.

 

Schälgurken

Diese Gurkensorten werden nach der Ernte geschält. Schälgurken werden gedünstet oder geschmort. Beliebt ist die Verarbeitung zu Senfgurken und Chutneys. Außerdem sind sie eine beliebte gekochte Gemüsebeilage und eine Zutat in Currys.

Gurkensamen

Kreuzungen

Auf vielen Gurkensamen steht neben der Sortenbezeichnung der Zusatz F1. Das steht für Folgegeneration 1. Die Samen stammen aus der Kreuzung zweier reinerbiger Pflanzen und vereinen die positiven Eigenschaften dieser. Sie sind ertragreich und resistent gegen viele Krankheiten. Die Früchte sind frei von Bitterstoffen und meist sehr einheitlich in Größe und Form. Samen von diesen Pflanzen für das nächste Jahr zu gewinnen, ist nicht sinnvoll. Die angezüchteten guten Eigenschaften würden alle verloren gehen.

Hybridsorten

Bei vielen Hybridsorten enthalten die Früchte gar keine Samen. Normalerweise bilden Gurken männliche und weibliche Blüten. Für die Bildung von Früchten ist eine Insektenbestäubung notwendig. Moderne Züchtungen bilden rein weibliche Früchte. Diese parthenokarpen F1-Hybriden entwickeln aus jeder Blüte eine kernlose Frucht. Eine Bestäubung durch Bienen ist nicht mehr notwendig. Zu diesen Gurkensorten zählen Bella, Dominica, Futura, Isnik und Paska.

Samenfeste Gurken

Bei samenfesten Gurken kann aus den reifen Früchten Samen für das nächste Jahr gewonnen werden. Diese Gurkenpflanzen behalten ihre Eigenschaften. Sie sehen genauso aus wie die Vorjahrespflanzen und behalten die grundlegenden Eigenschaften wie Krankheitsresistenzen und Form und Größe der Früchte bei. Die Bestäubung erfolgt auf natürliche Art durch Wind und Insekten. Bei samenfesten Gurken handelt es sich vielfach um alte Sorten. Auch hier gibt es sehr ertragreiche Sorten mit Früchten ohne Bitterstoffe. Viele alte Gurkensorten sind sehr robust, weil sie sich an regionale klimatische Bedingungen angepasst haben.

Veredelte Jungpflanzen

Beim Gärtner und im Fachhandel gibt es immer öfter veredelte Pflanzen zu kaufen. Besonders robuste Gurkenpflanzen sind mit Kürbis veredelte Jungpflanzen. Beim Veredeln wird beispielsweise auf einen Feigenblatt-Kürbis eine Gurkensorte mit schmackhaften Früchten gepfropft. Dadurch gewinnt die Pflanze an Kältetoleranz und Krankheitsresistenz. Sie bringt deutlich höhere Erträge und ist aber in der Pflege einfacher und anspruchsloser. Mit etwas Übung gelingt die Veredelung auch dem Hobbygärtner.

Krankheiten und Schädlinge

Gedeihen die Gurken nicht richtig, kann das viele Ursachen haben. Außer Krankheiten und Schädlingen sind Pflegefehler für den mangelnden Erfolg verantwortlich.

Gurkenkrankheiten

Der echte Mehltau – Bei ihm handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Er gedeiht besonders gut bei trockener und warmer Witterung. Die Blätter bekommen weiße Flecken und der Pilz saugt die Nährstoffe aus den Blättern. Ist das ganze Blatt weiß, trocknet es aus und stirbt ab. Eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln würde die Früchte ungenießbar machen. Zu den Hausmitteln der Bekämpfung zählen mit Wasser verdünnte Milch und ein Knoblauchsud.

Der Falsche Mehltau – Der Falsche Mehltau zeigt sich Salatgurken oder Einlegegurken im Garten, Balkon oder im Glashaus. Hellgrüne bis gelb-braunen Flecken entstehen auf den Blättern der Pflanzen. Auf der Unterseite ist einen grau-violetten Belag zu sehen. Der Falsche Mehltau breitet sich schnell aus und die befallenen Pflanzen werden gelb und sterben ab. Damit sich die Krankheit nicht ausbreitet, sollten alle befallenen Pflanzenreste sofort vernichtet werden.

Grauschimmel – Auch diese Krankheit wird von einem Pilz ausgelöst. Er lauert auf herabgefallenem Laub. Der Schimmel breitet sich durch Sporen aus. Er liebt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Auf den Blättern, den Stängeln und an den Fruchtansätzen bildet sich ein grauer, samtiger Belag. Als vorbeugende Maßnahme dürfen nur die Erde und niemals die Blätter und Stängel gegossen werden. Zudem sollte die Wässerung nicht abends erfolgen.

Welken – Bei den Gurken gibt es einige Welken, die vorkommen können. Dazu gehört die Sclerotinia-Welke. Sie befällt vorwiegend Gurken im Gewächshaus. Es zeigt sich ein weißer, wolliger Belag auf den Stängeln der Gurkenpflanzen und diese beginnen zu faulen. Die Verticillium-Welke kommt im Boden vor. Sie befällt die Pflanzen von unten. Neue Blatttriebe und Blätter welken und sterben ab. Dem Entstehen des Pilzes kann vorgebeugt werden, indem zu hohe Feuchtigkeit vermieden wird. Sobald eine Pflanze von der Welke befallen ist, muss die komplette Pflanze entfernt und über den Restmüll entsorgt werden. Eine Veredelung hilft um dem Welkenbefall vorzubeugen.

Bakterielle Erkrankungen – Sind Verletzungen an der Pflanze durch Fraß oder Abfallen der Blätter vorhanden können Bakterien in die Gurken eindringen. Obwohl die Schale noch in Ordnung ist, zersetzt sich die Gurke bei der Bakteriellen Weichfäule von innen heraus. Bei der Eckigen Blattfleckenkrankheit kann die Übertragung bereit beim Saatgut erfolgen. Hohe Temperaturen und feuchte Witterung begünstigen die Ausbreitung der Erreger. Sie dringen durch Verletzungen in die Gurkenpflanzen ein. Es bilden sich gelbliche Flecken auf der Oberfläche der Blätter und bei hoher Luftfeuchtigkeit bilden sich an der Unterseite der Blätter Schleimtropfen. Die Blätter werden braun und vertrocknen. Die Erkrankung kann dann auch die Gurken befallen, die dann faul werden. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann sich der Befall auch auf die Gurken ausbreiten, die dann faulen.

Gurkenmosaik-Virus – Für die Übertragung des Gurkenmosaik-Virus sind Blattläuse verantwortlich. An den Gurken können sich Scheckungen mithellen Blatträndern. Dann verfärben sie sich hellgrün oder gelb. Es bilden sich warzenartige Gebilde. Der Virus kann auf abgestorbenen Pflanzenteilen nicht überleben. Blattläuse sind Überträger vom Virus und sollten deshalb bereits als vorbeugende Maßnahme bekämpft werden. Befallene Pflanzen sollten sofort entsorgt werden, bevor sich der Virus ausbreitet.

Krankheiten vorbeugen

Viele Gurkenkrankheiten werden durch Pflegefehler verursacht. Erkrankung kann man bis zu einem gewissen Grad mit dem Kauf resistenter Sorten vorbeugen. Im Gewächshaus darf die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sein. Ist keine Belüftung vorhanden, hilft regelmäßiges Lüften. Im Fachhandel gibt es verschiedene Mittel zu Pflanzenstärkung. Diese können aber den Geschmack der Gurke erheblich beeinflussen. Eine regelmäßige Portion Dünger reicht aus, um die Pflanze zu kräftigen und auch den Ertrag zu steigern. Beim Pflanzen von Gurken muss unbedingt darauf geachtet werden, dass ausreichend Platz zwischen den einzelnen Pflanzen vorhanden ist. Die Gurken sind Starkzehrer, deshalb ist regelmäßiger Fruchtwechsel wichtig. Ein weiterer Grund ist die Blattfleckenkrankheit, die Gurken befällt. Bei einem Befall mit dieser Krankheit dürfen mindestens drei Jahre nicht nur keine Gurken, sondern auch keine anderen Pflanzen aus der Kürbisfamilie angebaut werden.

Für Krankheiten Gurkenpflanzen sind oft Bakterien, Viren und Pilze verantwortlich. Die Übertragung erfolgt durch infizierte Insekten oder Erde. Die Übertragung wird begünstigt durch zu hohe Luftfeuchtigkeit und erfolgt auch beim Gießen. Zu den wirksamen vorbeugenden Maßnahmen, um gesunde kräftige Pflanzen zu erhalten, zählen regelmäßige Kräuterduschen. Brennnessel, Acker- und Schachtelhalm im Duschwasser verleihen den Gurkenpflanzen mehr Widerstandskraft.

Wirksame, vorbeugende Maßnahmen:

  • luftiger Standort, jedoch ohne Zugluft
  • ideale Bodenbeschaffenheit und keimfreie Erde
  • genügend Pflanzabstand
  • Staunässe vermeiden
  • virenresistente Gurkensorten

Gurken Schädlinge lauern überall

Alle Jahre wieder taucht früher oder später unerwünschtes Ungeziefer an den Gurkenpflanzen auf. Bei einem Befall mit Gurken Schädlingen müssen sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um die Pflanzen rechtzeitig zu retten. Bei einem zu starkem Befall ist es besser, die Pflanzen zu entsorgen und den Boden zu erneuern. Es lauern verschiedene Schädlinge und es gibt diverse biologische Mittel, um diese wieder los zu werden.

Blattläuse

Der Befall mit Blattläusen ist häufig. Auch Gurken sind nicht sicher vor diesen Schädlingen. Blattläuse an Gurkenpflanzen gehören in vielen Fällen zur Gattung der grünen Gurkenblattlaus. Sie verursachen ein vielseitiges Schadbild.

Hinweise auf Blattlausbefall sind:

  • Honigtau
  • Kolonien an Blattunterseiten und Trieben
  • kümmerlicher Wuchs
  • Kräuselungen der Blätter
  • Verfärbungen der Blätter
  • vertrocknete Blätter
  • Blattverlust

Zu den natürlichen Feinden der Blattläuse zählen Marienkäfer und seine Larven sowie Ohrwürmer. Florfliegenlarven stellen nicht nur für Blattläuse Fressfeinde dar, sondern auch für Thripse, Wollläuse und Spinnmilben. Auch Schlupfwespen und Gallmücken gelten als effektiv gegen grüne Blattläuse, die den Gurken zusetzen.

Um Blattläuse zu bekämpfen gibt es viele gute Hausmittel. Knoblauch-, Zwiebelsud oder Oregano-Sud sind schnell hergestellt und wirksam. Die Duftstoffe wirken der Plage entgegen. Brennnesseljauche oder Brennnesselsud gegen Blattläuse eignet sich für den Einsatz an Nutzpflanzen.

Ein Milch-Wasser-Gemisch ist durch die enthaltene Milchsäure für Blattläuse tödlich. Auch das Kochwasser von Kartoffeln kann bei einem geringen Befall verwendet werden. Rhabarberblatt-Brühe und Schwarzer Tee sind ebenfalls bewährte Hausmittel im Kampf gegen die Blattläuse.

Eine Kali-Seifenlauge wirkt antiparasitär. Ein wirksames Mittel gegen Blattläuse ist Rapsöl. Durch das Öl verlieren die Blattläuse den Halt und es verklebt die Atemöffnungen der Läuse.

Weiße Fliege

Ein Befall mit der weißen Fliege ist zwar nicht immer gefährlich, kann aber eine echte Plage werden. Das Insekt ist eigentlich keine Fliege, sondern eine Mottenschildlaus. Sie liebt es warm und feucht. Ist es kalt stirbt die weiße Fliege im Freiland.

Anzeichen für einen Befall:

  • klebriger Film auf den Blättern
  • gelb gefleckte Blätter
  • Blattverlust
  • weißliche Punkte an der Blattunterseite
  • weiße Fliege selbst

Sind Gurkenpflanzen von diesem Schädling befallen, bleiben die Früchte weiterhin genießbar. Es gibt einige natürliche Feinde, die nützlich sind. Für Schlupfwespen und Spinnen sind die Tiere eine Nahrungsquelle und teilweise nutzen sie die Puppen der Mottenschildlaus als Wirt.

Auch manche Pflanzen wirken abschreckend auf die weiße Fliege. Dazu zählen beispielsweise Basilikum, Thymian, Salbei, Kapuzinerkresse und Tagetes. Ein gutes Mittel gegen die weiße Fliege sind auch Gelbtafeln. Die Fliegen werden von der Farbe und von einem Lockstoff angezogen und bleiben infolge an der klebrigen Oberfläche kleben. Diese Maßnahme hilft nur in Innen und gegen die erwachsenen Tiere.

Die weiße Fliege kann auch mit bekannten Hausmitteln bekämpft werden. Spritzmittel aus Rapsöl mit Wasser und Brennnessel-, Knoblauch- oder Basilikum-Sud erweisen sich als wirksam. Kernseife in lauwarmem Wasser aufgelöst ist ebenfalls effektiv bei der Bekämpfung.

Thripse

Thripse kommen vorwiegend an Zimmerpflanzen vor. Bei einem Befall entstehen silbrige Spuren auf der Oberseite des Blattes. Die Schädlinge treten aber auch an Gurken und anderen Pflanzen im Gewächshaus auf.

Bekannter sind die Schädlinge unter den Namen Gewittertierchen, Blasenfuß oder Fransenflügler. Die erwachsenen Tiere haben einen bis zu drei Millimeter langen Körper mit schwarzbrauner Färbung. Den unregelmäßigen Flügelrändern verdankt die beflügelte Art den Namen Fransenflügler. Die grün-gelblich bis weißen Larven sitzen meist an den Blattunterseiten.

Anzeichen für einen Befall

  • Silberne-weiße Stellen an Blättern
  • Wachstumsprobleme
  • Schwarzer Kot auf der Pflanze
  • Verkrüppelte Triebe

Knoblauchsud oder Zwiebelsud ausbringen ist immer vorteilhaft. Eine Möglichkeit den Befall zu kontrollieren ist das Aufhängen von Leimfallen. Thripse fühlen sich zur blauen Farbe besonders hingezogen. Die üblichen gelben Tafeln werden von den Schädlingen nicht besonders gut angenommen. Leimfallen können direkt in die Erde der betroffenen Pflanzen gesteckt werden. Diese Methode eignet sich gut in Kombination mit anderen Methoden.

Die Schädlinge können in Innenräumen auch mit natürlichen Fressfeinden bekämpft werden. Dazu zählen Raubmilben, räuberisch lebende Blumenwanzen oder auch Larven der Florfliege. Ein Auswechseln der oberen Erdschicht ist ebenfalls zu empfehlen.

Spinnmilben

Die Gemeine Bohnenspinnmilbe wird auch Rote Spinne genannt. Sie ist ein einheimischer Schädling, der an vielen Kulturen vorkommt. Der Befall tritt häufig erst im Hochsommer, bei trockenem, warmem Wetter auf. In Glashäusern sind neben Gurken auch Auberginen ein Ziel der Spinne. An Gurken im Freiland kommt es seltener zu stärkeren Schäden.

Hinweise auf Spinnmilben:

  • Flecken auf den Blättern
  • Gespinste nahe der Triebe

Befallene Blätter zeigen zu Beginn kleine helle Flecken, die aus kleinen Punkten bestehen. Die Flecken werden gelb und im weiteren Verlauf stirbt das Blattgewebe ab. Mit einer Lupe kann man an befallenen Blättern vor allem auf den Blattunterseiten unzählige runde Spinnmilben erkennen.

Spinnmilben können den Winter im Gewächshaus auch ohne Pflanzen auch ohne Pflanzen überleben. Eine gründliche Reinigung nach der Gurkenernte ist empfehlenswert. Wo Gurken kultiviert werden, sollten für Spinnmilben anfällige Zierpflanzen, wie beispielsweise Engelstrompete oder Palmen nicht in der Nähe sein. Der Schädling wandert sehr schnell auf Gurken über.

Bei Gewächsen im Freiland kann abspülen helfen. Befallene Triebe und Blätter werden entfernt und im Biomüll entsorgt. Ein Besprühen mit Rapsöl hilft gegen Spinnmilben. Durch den Kontakt verkleben ihre Atemöffnungen und sie ersticken.
Die PP-Raubmilben sind natürliche Fressfeinde der Schädlinge. Auch ACA-Raubmilben und Gallmücken können für die Bekämpfung der Gemeinen Spinnmilbe eingesetzt werden. Teebaumöl und Zigarettenasche mit Wasser vermischt sind ein Mittel gegen Spinnmilben zum Gießen.

Bewerten Sie den Post!
[Gesamt: 1 Durchschnittlich: 5]